Die eigene Heizung ist passé
64 Anwesen werden in Trommetsheim via Biogasanlage versorgt
Alesheim/Trommethsheim
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In der Gemeinde Alesheim
hat eines der ersten Nahwärmenetze seinen Betrieb aufgenommen und wird
künftig 64 Anwesen in Trommetsheim mit Heizenergie und Warmwasser
versorgen. Weitere derartige Netze entstehen derzeit in Ostheim,
Hüssingen und Göhren. Die Energie dazu liefern Biogasanlagen, deren
Abwärme so ökologisch sinnvoll genutzt werden kann.
Anfänglich musste Alesheims Bürgermeister Manfred Schuster
einige Überzeugungsarbeit für das Nahwärmenetz leisten, an das auch sein
Haus angeschlossen ist. „Das ist etwas ungewohnt, keine eigene Heizung
mehr im Haus zu haben.“ Diese steht zentral am Ortsrand Richtung
Kattenhochstatt in Form von zwei Biogasanlagen von Martin Goppelt und
der Familie Wieser. Dort wird mit Biogas nicht nur Strom erzeugt,
sondern auch jede Menge Wärme. Verpufften die rund 400 Kilowatt bisher
ungenutzt, werden künftig zwei Drittel Trommetsheims damit beheizt.
Seit
November 2009 wurden dazu 3200 Meter Hauptleitung und 1700 Meter
Hausanschluss-Rohre verlegt. Diese Arbeiten hat Schuster gleich doppelt
nutzen können. Zum einen entstand im Zuge der Dorferneuerung in
Trommetsheim der lang ersehnte Gehweg am Ortsausgang Richtung
Weißenburg, zum anderen konnte hierbei ein Glasfaserkabel mitverlegt
werden. Über das können die Trommetsheimer sowie die Bürger in Alesheim
und Lengenfeld bald auch auf schnelles Internet zurückgreifen. Zudem
dient die Breitbandverbindung auch zur Steuerung des Wärmenetzes.
Geplant wurde Letzteres vom Hilpoltsteiner Büro „Böckler &
Heinloth“, den Zuschlag für die Bauarbeiten hatte die Firma
Grillenberger aus Degersheim erhalten.
Versorgung ist gesichert
Damit
die Trommetsheimer bei einem etwaigen Ausfall der Biogasanlage nicht
im Kalten sitzen, wurden ein Blockheizkraftwerk und ein großer
Pufferspeicher gebaut. „Die Versorgungssicherheit ist auf jeden Fall
gegeben“, sagt Schuster. Und ebenso die Unabhängigkeit von den Öl- oder
Gaskonzernen. Denn das Blockheizkraftwerk wird mit Hackschnitzeln aus
den heimischen Wäldern befeuert. So bleibt die komplette Wertschöpfung
vor Ort, freut sich Schuster. Das Geld für rund 90.000 Liter Heizöl, das
in den 64 Anwesen bislang pro Jahr verfeuert wurde, wäre in andere
Taschen geflossen, so aber können sich Landwirte vor Ort eine neue
Existenz aufbauen.
Die Gemeinde betätigt sich als Wärmehändler und
muss das Netz als kommunale Einrichtung kostendeckend betreiben –
vergleichbar mit dem Abwasser- und
Trinkwasserbereich. Die Kommune
nimmt den Betreibern der Biogasanlage zu langfristig festgelegten
Konditionen die Wärme ab und veräußert diese weiter an die Abnehmer. Pro
Kilowattstunde Heizenergie werden 4,4 Cent fällig, als einmaligen
Baukostenzuschuss musste jeder Teilnehmer 3000 Euro (beides jeweils plus
Mehrwertsteuer) berappen.
Die Kosten blieben für den einzelnen
Abnehmer bezahlbar, da die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über ihr
Programm „Erneuerbare Energien“ (271) rund 526.000 Euro Zuschuss für
die Gesamtkosten von rund einer Million Euro zugesagt hat.
Schuster
verweist angesichts der relativ geringen Kosten für den einzelnen
Haushalt auch auf die weiteren Vorteile. Zum einen werde keine eigene
Heizanlage mehr benötigt, zum anderen entfallen auch Kaminkehrergebühren
oder Immissionsmessungen. Da das Nahwärmenetz auf mindestens 20 Jahre
Lebensdauer ausgelegt ist, wird es so schnell keine Folgekosten geben.
„Wahrscheinlich hält das Wärmenetz sogar deutlich länger“, gibt sich
Schuster optimistisch.
Für den Bürgermeister leistet Alesheim
damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn genutzt werden nur
nachwachsende Rohstoffe und keine fossilen Energieträger. Zusammen mit
den Fotovoltaikanlagen, den vorhandenen Biogas-Reaktoren und dem
Wärmenetz ist Schuster überzeugt, dass in der Gemeinde mittlerweile ein
Großteil der benötigten Energie vor Ort erzeugt und zumindest in
Trommetsheim auch genutzt wird. Schuster: „Vielleicht ist unsere
Energiebilanz auch schon positiv.“
Quelle: www.nordbayern.de
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