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Ein Dorf setzt auf Bio
BREITENBRUNN — In Breitenbrunn fand die
Grundsteinlegung zum Bau des Kesselhauses einer
Hackschnitzel-Gemeinschaftsanlage statt. Vor etwa zwei Jahren war
bereits die Vision entstanden, eine gemeinschaftliche
Hackschnitzelanlage zu errichten.
Durch die waldreiche Umgebung von Breitenbrunn und
den technischen Fortschritt bei Nahwärmenetzen lag es nahe, die
energetische Versorgung der Ortschaft neu zu gestalten. Konkretisiert
wurde diese Idee dann von einer im November 2008 gegründeten
Interessengemeinschaft, die sich wegen des im Frühjahr 2009 anstehenden
Ausbaus der Dorfdurchfahrtsstraße von Anfang an einem großen Zeitdruck
gegenüber sah.
Nur wenn die Wärmenetzverlegung mit dem
bevorstehenden Straßenausbau kombiniert werden würde, wäre eine
deutliche Kostenreduktion möglich, die die Realisierung des Projekts
erst wirtschaftlich sinnvoll erscheinen ließ. Man traf sich fortan fast
jeden Sonntagabend im örtlichen Gasthaus, um Ideen einzubringen,
miteinander zu diskutieren und Besichtigungsfahrten zu bestehenden
Biomasse-Heizanlagen im süddeutschen Raum abzustimmen.
Frank Rometsch, einer von fünf Geschäftsführern der
Hackschnitzelanlage, begrüßte die anwesenden Ehrengäste Landrat Armin
Kroder, Georg Hofrichter von der Energieagentur des Landratsamtes,
Bürgermeister Georg Rauh, die anwesenden Gemeinderäte, Philipp Schröder
und Gerd Christ vom Kessellieferanten Heizomat, von Enerpipe Martin
Böckler, den ausführenden Architekten Werner Bär sowie Klaus Sperber von
der Raiffeisenbank und die anwesenden Gesellschafter der Bioenergiedorf
Breitenbrunn GbR.
Rometsch bedankte sich für das bisher aufgebrachte
Engagement und die bereits geleisteten Arbeiten. Die Grundsteinlegung
sei nun der erste, für die Öffentlichkeit sichtbare Meilenstein. Bis
heute wurden bereits mehr als 1000 Arbeitsstunden von den
Gesellschaftern in das Projekt investiert, welches eine
Investitionssumme von knapp 600.000 Euro umfasst.
Das Nahwärmenetz erschließt 34 Häuser mit Wärme.
Dafür wurden 1835 Meter Fernwärmerohre in Zusammenarbeit mit der Firma
Felßner aus Offenhausen verlegt. Die installierte Leistung wird
insgesamt 700 kW betragen, welche durch zwei Kessel mit 300 und 400 kW
Spitzenleistung bereitgestellt wird. Des weiteren werden zwei
Pufferspeicher mit jeweils 10.500 Liter installiert, die den gesamten
Heizwasserinhalt der Anlage auf etwa 35 Kubikmeter erhöhen. Bei 22
Teilnehmern wird die dort bestehende Ölheizung durch eine Co2-neutrale
Heizung ersetzt, was den Heizölverbrauch um insgesamt 50.000 Liter pro
Jahr reduziert und den Co2-Ausstoß jährlich um 132 Tonnen senkt.
Landrat Armin Kroder bezeichnete es als wegweisende
Entscheidung der Bewohner, selbst eine gemeinschaftliche
Hackschnitzelanlage schaffen zu wollen. Er wünschte für die
bevorstehenden Bauarbeiten gutes Gelingen, damit die noch für Herbst
2010 angestrebte Inbetriebnahme termingerecht stattfinden kann. Des
Weiteren erwähnte er die Sonderstellung des Projekts, das vorerst noch
das einzige seiner Art im Landkreis sei. Durch die Anzahl der
teilnehmenden Haushalte werde es für ihn einmal mehr deutlich, dass
Ökologie immer dann Beachtung findet, wenn auch die Ökonomie nicht zu
kurz kommt.
Bürgermeister Rauh zeigte sich ebenfalls sehr
zufrieden mit der getroffenen Entscheidung, die Wärmeversorgung auf
eigene Beine zu stellen. Er wünschte sich, dass noch andere Ortschaften
seiner Gemeinde diesem Beispiel folgen, da Offenhausen erneuerbaren
Energien aus Überzeugung sehr offen gegenüber stehe. Neben allen
bekannten ökologischen Aspekten erinnerte er auch daran, dass nun
künftig auch bei vielleicht steigenden Holzpreisen mehr Kapital in den
eigenen Reihen bleibt und somit die lokale Wertschöpfung unterstützt
wird.
Nach den Grußworten folgte die Grundsteinlegung.
Dabei wurde eine Edelstahlröhre, gefüllt mit einer Urkunde, einer
Ausgabe der Hersbrucker Zeitung, Münzen der aktuellen Währung und einem
Satz Baupläne, von Landrat Kroder und Bürgermeister Rauh im Mauerwerk
versenkt. Die anschließende Grundsteinlegungsfeier fand im Schützenhaus
Breitenbrunn statt.
Infos zum Bau und zum Projekt unter www.bioenergiedorf-breitenbrunn.de.
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