Skip to main content

Großweingarten setzt auf heimische Energie: Nahwärmenetz versorgt den Ort mit Hackschnitzelwärme

Vom kleinen Nahwärmenetz mit 13 Häusern zum nahezu flächendeckenden Wärmenetz für Großweingarten

Die AMK Erneuerbare Energie GmbH hat ihr bestehendes Netz in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert und jetzt mit einem neuen Heizhaus und zusätzlichen Hackschnitzelkesseln einen weiteren großen Schritt in Richtung nachhaltiger Wärmeversorgung gemacht. ENERPIPE begleitet das Projekt von Beginn an.

Großweingarten liegt auf einer Anhöhe nahe des Brombachsees. Was 2019 mit zunächst 13 angeschlossenen Häusern begann, ist heute zu einem leistungsfähigen Nahwärmenetz für die gesamte Ortschaft gewachsen. Betreiber ist Andreas Gödel, der als Hackschnitzelhändler selbst über langjährige Erfahrung mit dem regionalen Brennstoff verfügt.

Bereits beim ersten Projekt setzte Gödel auf die Zusammenarbeit mit ENERPIPE. Das damalige Netz wurde in den folgenden Jahren kontinuierlich erweitert und versorgte schließlich rund 25 Gebäude. Das Interesse der Bürger an einer sicheren und nachhaltigen Wärmeversorgung blieb jedoch groß.

Bestehendes Netz wird mit neuem Wärmenetz verbunden

Mit dem aktuellen Bauabschnitt wurde deshalb ein neues Heizhaus außerhalb der Ortschaft errichtet. Gleichzeitig wurde das bestehende Netz erweitert und mit dem neuen Netz verbunden.

Im ursprünglichen Heizhaus, das in einer alten Scheune mitten im Dorf untergebracht ist, arbeitet weiterhin ein 400-kW-Hackschnitzelkessel. Im neuen Heizhaus am Ortsrand stehen zusätzlich zwei Hackschnitzelkessel mit 500 kW und 800 kW Leistung zur Verfügung. Damit können heute insgesamt 110 Abnehmer mit regenerativer Wärme versorgt werden. Gleichzeitig bietet das Wärmenetz noch Kapazitäten für weitere Anschlüsse.

Insgesamt wurden für das Projekt rund 5,3 Kilometer Wärmetrasse realisiert. Davon entfallen rund 2,15 Kilometer auf die Hauptleitungen und 3,18 Kilometer auf die Hausanschlussleitungen. Zum Einsatz kam das flexible FibreFLEX-Rohrsystem von ENERPIPE. Eine Besonderheit des Projekts ist die Verbindung des bestehenden Netzes mit dem neuen Netz. Dadurch kann die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt und sinnvoll in das Gesamtsystem integriert werden.

Dezentrale Pufferspeicher für einen sicheren Netzbetrieb

Auch bei der Übergabetechnik setzt das Wärmenetz auf ein Konzept, das auf einen effizienten und sicheren Betrieb ausgelegt ist. Alle angeschlossenen Gebäude verfügen über einen dezentralen Pufferspeicher. Zu den Abnehmern zählen neben zahlreichen Wohngebäuden auch besondere Einrichtungen wie ein Kindergarten, ein Gasthaus und das Seenland SPA. Insgesamt wurden bereits rund 2,73 Millionen kWh Wärme erzeugt. Die Wärme stammt vollständig aus dem regional verfügbaren Brennstoff Hackschnitzel. Damit bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region und die angeschlossenen Haushalte werden unabhängig von fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen.

Wärmenetz digital im Blick

Für einen wirtschaftlichen und sicheren Betrieb setzt die AMK Erneuerbare Energie GmbH außerdem auf E-Control Plus von ENERPIPE. Mit der Visualisierungslösung lassen sich die Betriebsdaten des Wärmenetzes in Echtzeit überwachen und auswerten. Auffälligkeiten können frühzeitig erkannt und Betriebsparameter bei Bedarf angepasst werden.

„Wenn der Betreiber nicht bereits selbst auf Unregelmäßigkeiten reagiert, genügt ein Anruf und wir können die wichtigsten Betriebsparameter einsehen sowie bei Bedarf unmittelbar Anpassungen vornehmen. Das macht den Betrieb einfach, schnell und sicher“, erklärt Philipp Unöder vom ENERPIPE-Team, der das Projekt gemeinsam mit dem Betreiber Andreas Gödel bereits seit der Planungsphase begleitet. 

Nachhaltige Wärme für Großweingarten

Mit dem Ausbau des Nahwärmenetzes ist Großweingarten einen wichtigen Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung gegangen. Die Bürger profitieren von regional erzeugter Wärme aus heimischen Hölzern und einer langfristig planbaren Versorgung.

Gleichzeitig leistet das Netz einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Nutzung von Hackschnitzeln werden fossile Energieträger wie Heizöl ersetzt. Nach den vorliegenden Projektdaten können dadurch jährlich rund 341.000 Liter Heizöl eingespart und etwa 819 Tonnen CO₂ vermieden werden.

Und die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen: Durch die vorhandenen Kapazitäten kann das Wärmenetz auch künftig weiter wachsen.

 

BAFA-BEW-Förderung: Finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors / der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Kommission wider.

Weder die Europäische Union noch die Europäische Kommission können für sie verantwortlich gemacht werden.